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Heidi Walkner ist Hauptschullehrerin mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung. Sie unterrichtet an der Hauptschule Lehen in Salzburg als geprüfte Fächer Deutsch und Sport, außerdem noch Biologie und Musik.

 

Einige der Gründe, warum ich gegen die Neue Mittelschule bin:

 

1. Weil umfangreiche jahrelange Untersuchungen des Max-Planck-Institutes ergeben haben, dass die Gesamtschule für alle Beteiligten – gute Schüler, schwache Schüler, Schüler aus sozial benachteiligtem Milieu und auch Lehrer – eindeutige und nachhaltige Nachteile bringt. Auch eine Metastudie der Uni Graz  kam zu dem Ergebnis, dass „die Erwartung, dass schwächer befähigte Schüler in den leistungsheterogenen Klassen des Schulversuchs (Neue Mittelschule, Anm.) mehr lernen als in der unteren Hauptschul-Leistungsgruppe, nicht bestätigt werden konnte."

2. Weil die Aussage, dass mit der Trennung der Schüler mit 10 Jahren quasi eine Laufbahnentscheidung getroffen wird, völliger Schwachsinn ist, der dadurch nicht richtiger wird, dass man ihn ständig wiederholt. Es gibt wohl kein Land, in dem es mehr  Möglichkeiten gibt, jederzeit einen Maturaabschluss zu machen als in Österreich: Übertritt nach der HS in eine weiterführende AHS oder BHS (mehr als die Hälfte aller Maturanten sind ursprünglich Hauptschulabsolventen); weiters gibt es die Abendmatura, Berufsreifeprüfung und jetzt sogar noch die Lehre mit Matura.

3. Weil in der ursprünglichen Modellbeschreibung festgelegt war, dass alle SchülerInnen der NMS bis zum Ende des ersten Semesters nach Lehrplan des Realgymnasiums unterrichtet und beurteilt werden müssten. Sollte sich im Laufe dieser Zeit herausstellen, dass ein/e SchülerIn diesem Niveau nicht gewachsen sein sollte, könnte er/sie auf Antrag der Eltern auf den Hauptschullehrplan umgestuft werden. Bereits vor der ersten Schularbeit kam dann die Order, dass mit Nicht genügend nur beurteilt werden dürfte, wer auch in der dritten Leistungsgruppe der Hauptschule ein Nicht genügend hätte. Und das ohne entsprechenden Vermerk in der Schulnachricht/im Zeugnis!! Das führt dazu, dass

4. SchülerInnen, die im Volksschulabschlusszeugnis ein und auch mehrere Genügend haben, ein positives NMS-Zeugnis mit Realgymnasiumswert erhalten.

5. Weil noch immer nicht bekannt ist, was mit diesen Kindern nach der 4. Klasse bezüglich des Übertritts in eine weiterführende Schule mit Maturaabschluss passieren soll. Nach dem derzeitigen Stand der Gesetzeslage haben sie jedenfalls die Berechtigung, in jede weiterführende Schule mit Maturaabschluss überzutreten, sofern das Abschlusszeugnis der NMS positiv ist, auch dann, wenn das Niveau der Beurteilungen mit Genügend in den Hauptgegenständen einer dritten Leistungsgruppe der Hauptschule entspricht. Dagegen müssen Schüler einer normalen Hauptschule, die in einer zweiten Leistungsgruppe eine schlechtere Note als Gut aufweisen, eine Aufnahmeprüfung absolvieren.

6. Weil ich den Slogan der NMS „alle lernen alles“ für einen großen Unsinn halte. Ich finde die didaktische Auswahl des Lehrstoffes ungemein wichtig, in einer derzeitigen 3. Leistungsgruppe wähle ich andere Inhalte als in einer ersten. Meine SchülerInnen der 3. Leistungsgruppe müssen kein Präpositionalobjekt im Akkusativ bestimmen können, wenn sie die minimalsten Regeln der Großschreibung nicht beherrschen.

7. Weil alle diese angeführten Gegebenheiten in der Öffentlichkeit nicht kommuniziert, sondern durch bezahlte Jubelinserate bewusst verschleiert werden – die NMS ist eine Mogelpackung!

 
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